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    Projektbüro Mobilität und Verkehr (PMV)
(Kommentar: Nachfolgend Adresse und Telefon- sowie Telefaxnummer.)
    Mauritiussteinweg 1 . 50676 Köln . Telefon 0221- 6920663 . Telefax 0221- 6920662
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Standort: PMV > Leistungen

4     Fachlicher Hintergrund zu unseren Arbeitsfeldern und Leistungen
4.1  Verbesserung von visuellen Informationen im öffentlichen Raum / Leuchtdichtekontrastbestimmungen
4.2  Barrierefreie Gestaltung nach den Bestimmungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG)
4.3  Mobilitätsstudien
4.4  Informations- und Leitsysteme


4.1  Verbesserung von visuellen Informationen im öffentlichen Raum / Leuchtdichtekontrastbestimmungen

Wir begutachten Materialien hinsichtlich der Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen. Hierzu führen wir optoelektronische Messungen zur Bestimmung von Leuchtdichten und Kontrasten durch. Alle Messungen werden in einem Labor durchgeführt und sind reproduzierbar. Bei unseren Messungen berücksichtigen wir alle relevanten DIN-Normen und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Es wird ein schriftliches Gutachten über die Messergebnisse angefertigt, das auch Vorschläge zur Optimierung der sehbehindertengerechten Gestaltung beinhaltet.

Geltungsbereich von Regeln zur Verbesserung von visuellen Informationen im Öffentlichen Raum
Die Regeln zur Verbesserung visueller Informationen für sehbehinderte Menschen müssen Vorteile für alle sehbehinderten Menschen mit unterschiedlichen Sehbehinderungsarten ermöglichen. Optimierung oder gar Maximierung der Regeln an einzelnen Sehbehinderungsarten oder gar an einem einzelnen sehbehinderten Menschen ist unzulässig.

Ansatz
Die Verbesserung visueller Informationen für sehbehinderte Menschen stellt hauptsächlich eine wahrnehmungspsychologische Aufgabe dar. Visuelle Wahrnehmung erfolgt wie Wahrnehmungen in anderen Sinnesbereichen auch als Testen von Hypothesen unter Verwendung visueller Impulse. Zum Testen von Hypothesen gehören auch Suchen, Handlungen ausprobieren, Sinn und Stimmigkeiten finden sowie neue Erwartungen aufbauen. Die Lichttechnik bietet für die praktischen Lösungen Näherungsverfahren.

Es geht um folgende wahrnehmungspsychologische Komponenten:
1. Wahrgenommene Helligkeit: Durch die lichttechnische Größe der Leuchtdichte angenähert. Beispiel: Eine freundliche Wetterlage kann eine größere Helligkeit vortäuschen als sie messtechnisch vorhanden ist.
2. Wahrgenommenes Objekt: Durch die lichttechnische Größe des Kontrasts und der relativen Objektgröße über den Sehwinkel näherungsweise beschreibbar. Beispiel: Eine helle attraktive Lichtfläche bei Dunkelheit als Teil einer Werbeinstallation wirkt dominanter als es die technischen Maße wiedergeben können.
3. Wahrgenommene Bedeutung: Vor allem über die Form, Farbe und Bewegung näherungsweise beschreibbar. Beispiel: Zwei auffallend weiße Lichtpunkte in der Dunkelheit werden als fahrendes Fahrzeug interpretiert ohne dass die technischen Messwerte zu demselben Ergebnis kommen.

Die Lichttechnik stellt für die praktische Anwendung seit vielen Jahrzehnten bewährte Denkweisen und technische Geräte zur Verfügung. Zur Verbesserung visueller Informationen für sehbehinderte Menschen sind in einem Forschungsprojekt des Bundesgesundheitsministeriums von 1995 Richtwerte auf empirischer Basis mit Personen unterschiedlicher Sehbehinderungsarten in systematischer Weise ermittelt worden. Die Ergebnisse enthält das entsprechende Handbuch für Planer und Praktiker des Bundesgesundheitsministeriums, veröffentlicht im Jahr 1996.

4.2  Beratung und Begleitung bei der Bauplanung und -ausführung nach den Bestimmungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG)

Das am 01.05.2002 in Kraft getretene Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) schreibt in § 8 die barrierefreie Gestaltung von zivilen Neubauten sowie großen zivilen Um- oder Erweiterungsbauten des Bundes einschließlich der bundesunmittelbaren Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts vor.

Ebenso sind "sonstige bauliche oder andere Anlagen, öffentliche Wege, Plätze und Straßen sowie öffentlich zugängliche Verkehrsanlagen und Beförderungsmittel" im ÖPNV barrierefrei zu gestalten. Die Zugänglich- und Nutzbarkeit muss für behinderte Menschen grundsätzlich "ohne fremde Hilfe" möglich sein (BGG, § 4). Darüber hinaus sollen laut § 5 des BGG zur Herstellung der Barrierefreiheit Zielvereinbarungen zwischen Behindertenverbänden und Unternehmen oder Unternehmensverbänden geschlossen werden.

Das Projektbüro Mobilität und Verkehr ist seit mehr als zehn Jahren auf dem Gebiet der Forschung und der Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis tätig.
Darüber hinaus sind wir gutachtlich z.B. für das Europäische Parlament bei der Bewertung der Zugänglichkeit der Europäischen Institutionen für behinderte Menschen tätig.

Die Aufgaben:

  • Umsetzung von Barrierefreiheit in der Bau- und Planungsphase
  • Schaffung von Lösungen in einem systemischen Ansatz

Die wichtigsten Themen:

  • Höhenunterschiede ausgleichen / nivellieren (Borde, Rampen, Aufzüge)
  • Informationen verfügbar machen und Wahrnehmung ermöglichen (Beleuchtung, taktile und optische Wahrnehmung, Informationssysteme, Kontrastoptimierung)
  • Übergangsbereiche barrierefrei gestalten (z.B. barrierefreie Gestaltung von Türanlagen)

Anspruch der Planung:

  • Einbeziehung aller bei der Bauplanung und -ausführung Beteiligter in die Arbeiten
  • Planung als kommunikativen Prozess gestalten
  • Der Ablauf der Arbeiten richtet sich nach den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG)

Projektpartner:
In die Arbeit können bei Bedarf u.a. Mobilitäts- und Sicherheitsfachleute, Architekten, Sozialwissenschaftler, Mediatoren sowie weitere Fachleute für spezielle Fragestellungen einbezogen werden. Es werden - wie vom BGG gefordert - Behindertenvertreter in die Arbeiten einbezogen. Wir bieten Ihnen eine umfassende Problemanalyse, entwickeln ein Konzept und begleiten die Planung und den Bauprozess.

4.3  Mobilitätsstudien
Wir entwickeln zusammen mit Ihrem Unternehmen Instrumente zur Erfassung z. B. der folgenden marktrelevanten Themenbereiche:

1. Psychologische Faktoren (Einstellungen der Bevölkerung zum ÖPNV, Art und Weise des Mobilitätsgewohnheiten im Einzugsgebiet)

  • Allgemeine Zufriedenheit mit ÖPNV (ÖPNV-Nutzer)
  • Zufriedenheit mit Einzelmerkmalen (ÖPNV-Nutzer)
  • Hauptverkehrsmittel (IV, ÖV)
  • Ausprägung von Habitualisierung an das jeweilige Verkehrsmittel (IV)
  • Ursachen von Habitualisierung (IV)
2. Nutzungsverhalten
  • Art und Häufigkeit der ÖPNV-Nutzung
  • Fahrausweiserwerb
3. Bekanntheitsgrad des Unternehmens
  • Auffälligkeit und Bekanntheit des Logos
  • Bekanntheit des Kürzels
  • Bekanntheit der Ausformulierung des Kürzels
  • Bekanntheit der Aufgaben- und Arbeitsbereiche des Unternehmens
  • Wahrgenommener Auftritt des Unternehmens
  • Verfügbarkeit von Informationsangeboten zum Unternehmen
4. Image des Unternehmens
  • Außenauftritt des Unternehmens insgesamt
  • Einzelne Begegnungen mit dem Unternehmen, z.B. Informationsbeschaffung / -träger /-angebote oder Werbung
  • Einzelne Leistungen oder vermeintliche Leistungen des Unternehmens
Neben der Methode der reinen Kundenbefragung zu ausgewählten Themen mittels Fragebogen entwickeln wir ebenfalls Untersuchungen, die sich auf die Begleitung und Beobachtung von Kunden- und Nicht-Kunden auf ihrem Weg durch das ÖPNV-System beziehen. Hierbei sollen mangelhafte oder fehlende Passungen zwischen Mensch und System aufgespürt werden, um den ÖPNV kundenfreundlicher und barrierefreier gestalten zu können.



4.4  Informations- und Leitsysteme

Entwicklung und Verbesserung von nutzerbezogenen Informations- und Leitsystemen. Verständlichkeit, Erkennbarkeit und systematische Klarheit sind für Informations- und Leitsysteme die wichtigsten Eigenschaften. Wir berücksichtigen bei der Entwicklung und Verbesserung von Leitsystemen, dass diese behindertengerecht gestaltet sind.
Siehe auch: www.leitsystem.de

Der Arbeitsablauf:
Problemanalyse Informationsdefizite führen bei normalem Betriebsablauf zu Unzufriedenheit und ineffizienten Arbeitsabläufen und im Notfall zu vermeidbaren Folgen. Durch genaue Problemanalyse gewonnene Lösungen können eine Optimierung der Informationsnutzung gewährleisten - für Mitarbeiter, Besucher und Lieferanten der Betriebsstätte gleichfalls. Die Analysen und Empfehlungen werden von der Arbeitsgemeinschaft an die aktuellen Richtlinien und Verordnungen angepasst.

Nutzerbeobachtung und -befragung
Lösungsmöglichkeiten werden von der Arbeitsgemeinschaft aus der bestehenden Gesamtsituation entwickelt: Ziel ist es, benutzerfreundliche und praxisnahe Möglichkeiten zu finden, die auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt sind. Hierzu gehören ebenfalls optoelektronische Messungen von Helligkeiten, von Kontrasten und von Farben.

Arbeitsergebnisse

  • Es werden Vorschläge für optimale Helligkeiten, Umfeld-Leuchtdichten, Farbkombinationen, Objekt- und Zeichengrößen erarbeitet.
  • Es entsteht ein systematischer Zielekatalog (z.B. anhand einer Zielspinne), der sich eng an den Kunden, Nutzern und den angebotenen Zielen hält.
  • Die aufbereiteten Analyse-Daten werden zusammen mit den vorgefundenen Zielvorstellungen in die Lösungskonzeption integriert. Schwerpunkte und Alternativen ergänzen die Empfehlungen zu einer grundsätzlichen Vorgehensweise und ermöglichen konkrete Ausführungspläne.
  • Es werden unterschiedliche Lösungsvarianten vorgestellt.
  • Schilder unterschiedlicher Art, dynamische Anzeigen und digitalisierte Versionen können von der Arbeitsgemeinschaft geplant und geliefert werden.
  • Eine Integration der Anforderungen behinderter Menschen ist gewährleistet und erhöht zugleich den Komfort für alle anderen. Behindertengerechte Orientierung und das Umsetzen von Notfallplänen sollten in ein einziges Gesamtkonzept integriert sein.
  • Nach der Planungsarbeit erleichtert der Dialog mit den Hardwarelieferanten, die Fertigungsüberwachung und die Endabnahme der Lieferungen und Leistungen durch uns, die Umsetzung der Maßnahmen. Eine optoelektronische Überprüfung der installierten Lösungen gewährleistet eine präzise Erfolgskontrolle.
  • Für die spätere Wartung und Pflege wird ein Kataster über die Wegweiser und Informationseinrichtungen (z.B. auf CD-Rom) mit ihren Standorten erstellt.
  • Über alle Arbeitsergebnisse wird eine schriftliche Dokumentation zur Verfügung gestellt.



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